In keinem anderem Land wurde das Streetview Thema so hochgekocht wie in Deutschland. Nun ist Streetview für einige Städte in Deutschland freigeschaltet. Der Rest wird wohl bald folgen. Macht man sich nun auf die virtuelle Rundreise, sieht man des öfteren verpixelte Fassaden. Besonders in den besseren Wohnlagen trifft man vermehrt auf die Streetview-Verweigerer. Ihre Häuser sind nun verpixelt.
Obwohl in Deutschland die Panoramafreiheit besteht, hat sich Google auf den Pixelwahn eingelassen. Das häufigste Argument der Streetview Kritiker ist die zu hoch montierte Kamera. Die sich in über zwei Metern Höhe befindet. Die seit Jahren vorhandenen Satellitenaufnahmen in Google Maps stören anscheinend niemanden, obwohl hier ein größeres Risiko vorhanden ist. Ein Ausspähen der näheren Umgebung ist durch die Satellitenaufnahmen erfolgversprechender, als die vermeintliche Straßenansicht.
Desweiteren ist zu bemerken, dass Microsoft mit Bing Maps und der Zusatzfunktion Vogelperspektive, stellenweise bessere Ansichten bietet als Street Maps von Google. Und das mit einer 360 Grad Funktion, ein Einblick von allen Seiten. Und gestört hat es bis heute niemanden. Der brennende Grill und die Sommerliegen im Garten sind ebenso gut zu erkennen, wie der Wagen vom Nachbarn. Und Microsoft wird mit seiner Straßenansicht bald nachziehen. Wie diese Funktion von Microsoft nun inclusiv der Vogelperspektive implementiert wird, wird man dann sehen.
Das Haus ist verpixelt, der hat was zu verbergen
Ob nun das verpixeln der Häuser der richtige Schritt war, oder ob dies nicht noch viel größeres Interesse bei einem bestimmten Personenkreis hervorruft, werden die Hauseigentümer wohl bald merken. Das Einbruchsrisiko wird mit oder ohne Pixel nicht steigen oder fallen. Die Gattung der Einbrecher macht sich, wie vor 100 Jahren, lieber ein eigenes Bild von der Lage vor Ort. Und auf veraltete Google Bild verlässt sich der Berufsstand der Einbrecher bestimmt nicht. Der prüfende Blick des Nachbarn ist eher zu befürchten. Das Haus ist verpixelt, der hat was zu verbergen. Und im Land der Neider und Querulanten ist hiermit bestimmt bald zu rechnen.
Der Deutsche: Angst vor Veränderungen und technikfeindlich
Veränderungen mag besonders der Deutsche nicht. Alles beim Alten und gut ist es. Veränderungen schaffen Probleme und diese sind hierzulande nicht erwünscht. Besonders aber das Internet schafft täglich neues und setzt eine besondere Aufmerksamkeit gegenüber der neuen Technik, bei Hardware und Software, vorraus. Jedem neuen Trend hinterher hetzen ist nicht angebracht und auch nicht vonnöten. Eine Gewisse Offenheit und Neugier kann hier aber von großem Vorteil sein. Aber genau dies fehlt dem Deutschen. Google, Apple, Microsoft und viele Startups, entwickeln täglich neues. Teufelswerk und Beelzebub, es lebe das Radio und der Fernseher.
Street Maps und Streetview, mehr Nachteile oder Vorteile
Mehr Vorteile! Ob bei der Urlaubsplanung, bei der Wegsuche oder beim Immobilienkauf. Man spart lange Anfahrtswege und böse Überraschungen. Seit neustem hat ein online Immobiliendienst Streetview auf seine Webseite implementiert. Nun werden die Wohnungsangebote direkt in Streetview eingeblendet. Praktischer kann man die Immobiliensuche nicht gestalten. Und das Urlaubsparadies entpuppt sich mit Streetview nicht zum Flop. Zukünftige Navigationsgeräte bieten eine Fotoansicht, was ebenfalls als Vorteil verbucht werden sollte.
Googles Mega-Aufwand für Streetview, ein lohnendes Geschäft
Der Ärger und Aufwand wird sich für Google rechnen. Werbung wird demnächst nicht nur in der Suchefunktion platziert, sondern vermehrt in Streetview. Textwerbung, Video- und Bannerwerbung könnten eingebunden werden. Desweiteren auch interaktive Werbung an den Häuserfassaden und Straßen. Ein weiterer Mega-Markt für online Werbung.
Und per AdSense könnte dann der Hauseigentümer mitverdienen. Es seid denn, das Haus ist verpixelt. Und dann gibt es auch keine Euros.
Bild: Holger Bischoff




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