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Erfahrungsbericht: Paris-Roubaix Challenge 2014

Paris-Roubaix Challenge. Eine RTF über 141 Km, davon fast 40 Km auf Pavés. Der Rundkurs bietet zwar keine giftigen Steigungen mehr wie 1932, man sollte aber das Pflaster auf keinen Fall unterschätzen.

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Altes Kopfsteinpflaster in Deutschland oder auch in der ex DDR hat mit den Pavés in Roubaix, rein gar nichts zu tun!

Wer schon über die schlechten Straßenverhältnisse in Belgien oder über das Kopfsteinpflaster bei der Flandern-Rundfahrt klagt, sollte nicht auf die Idee kommen sich nach Roubaix aufzumachen. Hier kann man das Kopfsteinpflaster (Pavés) wirklich als unfahrbar betiteln.

Der 141 Km Rundkurs von 2014 bietet als Willkommensgruß zuerst einmal, nach ein paar Kilometer „normalen“ Asphalt, den berühmten Wald von Arenberg. Hier sollte schon mit etwas Tempo (25 bis 30 Km/h) gefahren werden und sich dann darauf vorbereiten, dass einem fast der Rennlenker aus der Hand geschlagen wird.

Als Tip für die erste Pflaster-Passage, mit abnehmenden Tempo werden die Schläge in den Lenker schlimmer. Also immer richtig schön Tempo machen.

Wenn man denkt, dass Stahlrad löst sich auf, ist der Speed genau richtig. Dann noch eine kleine Acht im 36er Speichen Laufrad, nach dem Wald von Arenberg und es ist perfekt gelaufen. Es sollte aber noch schlimmer kommen. Nach unseren Erfahrungen sind die über 2 km Kopfsteinpflaster am Carrefour de l’Arbre sehr viel schlimmer.

Es gibt zwar viele die mit Carbon und Systemlaufrädern unterwegs sind, wir empfehlen für Roubaix ausschließlich Stahlrahmen und 32er oder 36er Laufräder. Dann kann man sich bei einem Speichenbruch auch schnell mal mit einer Notspeichen helfen.

Dickes Lenkerband und Gelpads sind von Vorteil für die Hände. Desweiteren alles was abfliegen könnte, mit Kabelbindern fixieren. Aluflaschenhalter enger biegen, damit die Trinkflasche nicht das Weite sucht. 28mm Reifen mit schweren 110 Gramm Schläuchen wären hier auch von Vorteil. Falls man mit einem Garmin GPS Gerät unterwegs ist, hat sich die Sram Halterung wirklich sehr bewährt. Mit einigen Gummis dann noch den Garmin an der Halterung sichern und schon bleibt alles am sicheren Platz.

Der Luftdruck der Reifen ist eigentlich die wichtigste Sache auf den Pavés. Falls nicht mehr als 85 Kilo Systemgewicht (Rad und Fahrer) auf die Straße gebracht wird, kann man sich den Luxus erlauben auf den Pavés mit 5 Bar zu fahren. Im Vorderreifen dann auch nur mit 4,5 Bar. Hört sich extrem wenig an, macht aber Sinn. Ein persönlicher Test am Vortag der Veranstaltung wäre von Vorteil.

Paris-RoubaixWir sind auch schon mal mit 6 Bar unterwegs gewesen, sind aber Welten zu 5 Bar. Falls man sich keine Durchschläge einfängt, ist 5 Bar zu Empfehlen. Mit wenig Luftdruck ist dann auch mehr Speed auf den Pavés möglich und nebenbei kann man hierdurch seine Hände etwas entlasten.

Weitere Tips für die Pavés:

Immer möglichst genau in der Mitte der Pavés fahren.

Die Schotterstreifen am Rand der Pflastersteinstraße meiden, hier ist schnell einen Plattfuß eingefangen. Besonders mit dem niedrigem Luftdruck.

In den Kurven ist in den meisten Fällen Sand und Schotter, hier Tempo rausnehmen.

Immer mit einem dicken Gang fahren, damit die Kette nicht das Weite in den Speichen sucht.

Nicht auf die Idee kommen den Lenker fest zu umklammern, immer schön tanzen lassen.

Immer genug trinken, vor den Pflasterpassagen!

Falls man denkt schlimmer kann es nicht mehr kommen, es kommt schlimmer.

Falls nun die Idee aufkommt sich in die Hölle von Roubaix zu begeben, sollte vielleicht zuerst auf den schlechtesten belgischen Straßen einen Trainingsmonat einlegen werden. Jedes belgische Schlagloch ist die reinste Wohltat zu den französischen Pavés.

Entweder man liebt Roubaix, oder man hasst das Pflaster abgrundtief…

Fazit zur Strecke: Falls jemand behauptet es ist nicht so schlimm in Roubaix, er lügt! Wir sind zig tausende Kilometer auf schlechten belgischen Straßen unterwegs gewesen. Belgischer Schotter in fast jeder Kurve. Schlimmste Schlaglöcher auf fast allen Nebenstraßen. Das Lütticher Kopfsteinpflaster in Ans und im Industriegebiet, ist ein Kinderspiel zu den Pavés in Roubaix. Falls es aber in Roubaix regnen sollte… ja dann… ist jeder Tip hinfällig.

Es ist und bleibt ein Alptraum. Die Hölle des Nordens ist wirklich untertrieben.

Aber… Es macht höllisch Spaß! Wir sind 2015 wieder dabei :-)

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Foto: Holger Bischoff

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