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Kreta, Insel des Zeus

Ich bin fast 31 Jahre alt und war noch nie in Griechenland. Bis vor kurzem zumindest. Da ich aber ja gerne Gyros und Fetakäse esse, sollte es eigentlich keine Eingewöhnungsprobleme geben und ZACK war der Urlaub gebucht!

Inzwischen war ich also schon mal in Griechenland, aber außer Gyros und Fetakäse war es gar nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte! Mir schwebten kleine weiße Dörfer mit blauen Dächern vor. Wie auf den üblichen Bildern von Santorini halt, oder Mykonos. Stattdessen war ich auf Kreta und fand archaische Bergwelten, karibische Lagunenstrände und jede Menge Kri-Kris, die kretischen Bergziegen.

Es war nicht ganz so traumhaft, dass ich sofort alle Zelte abbrechen und dorthin übersiedeln müsste, um als Schmuckdesignerin Touristinnen mit meinen Unikaten zu beglücken. Aber ich bin gut erholt, mit Sonne betankt und voller begeisternder Eindrücke wiedergekommen. Das ist ebensoviel wert!

Beeindruckt haben mich die Menschen die ganz ausnahmslos sympathisch, freundlich und hilfsbereit waren. Anders als in anderen Mittelmeerländern, wo man sich oft von den Einheimischen „ertragen“ vorkommt und die Nettigkeit fast schon aufgesetzt wirkt.

Es war sehr sauber, nirgends ist mir Ungeziefer oder Unrat aufgefallen, bis auf das ein oder andere verrostende Auto in den Berghängen an den durchbrochenen oder immer noch fehlenden Leitplanken. Doch andere Kretabesucher meinten, dass dies wohl daran lag, dass Saison war und man sich dann etwas intensiver um das Erscheinungsbild kümmert. Mir egal, mir hat es gefallen.

Das Wetter war traumhaft: immer um die 29°C, die Tage abwechselnd mit strahlend blauem Himmel oder ein paar Wölkchen gesegnet, was für uns Aktivurlauber angenehm ist, kann man dann die weniger heißen Tage zum Wandern durch beeindruckende Landschaften nutzen und den strahlend blauen Himmel zum erquickenden Dösen am Strand. Die durchschnittlichen 2 Regentage im September haben wir auch mitgenommen, was einem Aachener aber nichts anhaben kann, denn 5 Minuten Nieselregen unterm Sonnenschirm am Strand verbracht ist nichts gegen die nasse Jahreszeit die ja gestern wieder eingesetzt hat.

Apropos Strand: zwei der schönsten Strände, die mir bisher begegnet sind, gibt es auf Kreta. Einmal den Strand vor der Insel Elafonisi im Südwesten, ein traumhaft weiß-rosa, feiner Sandstrand mit Badewanne vor der Tür, denn bis man mal hüfthoch im Wasser ist, muss man ganz schön lange waten.

Und dann ist da noch die Bucht von Balos, an der nordwestlichsten Halbinsel Gramvousa, wo man tunlichst nicht hinwandern sollte, so wie wir, weil man dann nach dem ermüdenden Rumlümmeln am schneeweißen Strand und dem Plätschern im seichten Wasser ungefähr 100 Höhenmeter per Steintreppe erklimmen muss, um zum Weg zum Auto zurückzukehren.

Beim Hinweg ist das nicht so schlimm, weil man beständig diese atemberaubend schöne Aussicht genießen und auf den Sprung ins kühle Nass hoffen kann, aber zurück ist es ungleich anstrengender. Schlauer ist da der Besuch per Schiff, welches einen mittags bringt und nachmittags wieder abholt.

Zurück zum Wandern. Das kann man auf Kreta außerordentlich gut, wenn man keine Angst vor Schluchten, aggressiven aber angeketteten Hütehunden und Bergziegen hat. Wunderschön ist eine Wanderung durch Europas angeblich längste, größte, schönste und so weiter Schlucht, die Samaria-Schlucht. Sehr abwechslungsreich wandert man ca. 20 km die Schlucht entlang von 1100 m über NN in Richtung Meer, was einem einen knackigen Muskelkater im Allerwertesten beschert.

Das schönste war aber die beständige Pita Gyros Diät, die wir strikt eingehalten haben, mit einem gesunden griechischen Salat mit Fetakäse als Vorspeise und Vitaminlieferant. Ob es an der vielen frischen Luft, der körperlichen Ertüchtigung oder dem Heimatland der Rezepte lag ist ja egal, Hauptsache es schmeckte phänomenal.

Eine Reise nach Kreta kann ich jedem nur empfehlen und das Wissen, das über den Reiseführer hinausgeht, das gibt es beim nächsten Mal an dieser Stelle: „Wandern durch die Samaria-Schlucht leicht gemacht“.

– Cati Basmati hat sich in griechischen Yoghurt verliebt


Autor: Cati Basmati, Blog: www.catibasmati.blogspot.com

Bild-Text: Wikipedia/Gerd A.T. Müller, Wikipedia/Olaf Tausch

Bild-Text: Cati Basmati

Bild-Titel: Cati Basmati

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